Seit 1994 ist der Verein Träger des gleichnamigen soziokulturellen Zentrums im Leipziger Osten. Das Haus gilt als lebendiger Treffpunkt für Menschen aller Altersgruppen und bietet Raum für Kommunikation, Begegnung und Kreativität. Durch Projekte, Workshops, Kurse und Veranstaltungen hat sich das Zentrum in den vergangenen 30 Jahren zu einem festen Bestandteil der Leipziger Kulturlandschaft entwickelt und das Vertrauen vieler Besucher:innen, Gäste und Mitwirkender gewonnen.
Ein Theaterprojekt über Demokratie, Alltag und Zusammenhalt
In Chemnitz treffen vielfältige Lebensgeschichten und gesellschaftliche Perspektiven aufeinander, zugleich bestehen Berührungsängste und es fehlt oft an Gelegenheiten für offenen Austausch. Das Projekt „Was ich noch sagen wollte …“ möchte daher einen Raum schaffen, um gemeinsam über Demokratie, Zugehörigkeit und Alltag in Deutschland zu reflektieren und zu erfahren, wie Kunst zum Werkzeug für Selbstermächtigung und Dialog werden kann.
Unter der künstlerischen Leitung von Chris Michalski und Tina Bolle entwickelte eine Gruppe von 17 Erwachsenen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen ein autobiografisches Sprechtheaterstück. Von November 2024 bis Januar 2025 traf sich das Ensemble wöchentlich im soziokulturellen Zentrum Mühlstraße 14 e.V., um persönliche Geschichten, Erinnerungen und Gedanken zu teilen und daraus eine gemeinsame Bühnenproduktion zu gestalten.
Das Ergebnis, „347 Arten und Weisen Weihnachten (nicht) zu feiern“, wurde in Chemnitz (Subbotnik e.V.), Gera (Theater Altenburg Gera), Döbeln (Treibhaus e.V.) und Leipzig (analyse:paralyse e.V.) aufgeführt. Publikum und Mitwirkende reflektierten gemeinsam Themen wie Zusammenhalt, Freiheit und Alltagsdemokratie. Besonders die Aufführung am Theater Altenburg-Gera wurde als emotionaler Höhepunkt erlebt und machte die Wirkung künstlerischer Teilhabe spürbar. Die Fördermittel ermöglichten Probenräume, künstlerische Begleitung und die Organisation der Aufführungen.
Die 17 Teilnehmenden im Alter von 21 bis 70 Jahren entwickelten Vertrauen, Mut und Ausdruckskraft. Aus der Gruppe entstand das Dienstagabend-Selbsthilfetheaterkollektiv. Aufgrund der positiven Resonanz soll das Projekt fortgesetzt werden. Langfristig ist geplant, das Dienstagabend-Selbsthilfetheaterkollektiv als festen Bestandteil des Mühlstraße 14 e.V. zu etablieren. Dafür werden nachhaltige Strukturen und weitere Fördermittel benötigt, um Kunst weiterhin als Raum für Teilhabe und gesellschaftlichen Dialog zu nutzen.