Co-Working-Space der Zivilgesellschaft

366 Co-Working-Space Zivilgesellschaft Austausch
© Christiane Schleifenbaum
366 Co-Working-Space Zivilgesellschaft Workshop
© Christiane Schleifenbaum

Gemeinsam statt allein: Ein offener Raum für Engagement in Cottbus

In Cottbus wächst die Zahl der Studierenden, Pendler:innen und Zugezogenen. Gleichzeitig fehlen Orte, an denen sich engagierte Menschen begegnen und vernetzen können. Viele arbeiten vereinzelt, während gesellschaftliche Spaltung zunimmt. Gerade hier braucht es Räume, in denen Miteinander, Austausch und demokratisches Engagement selbstverständlich werden.
Das haben Engagierte aus der Lausitzer Zivilgesellschaft in die Hand genommen. Gemeinsam haben sie einen Co-Working-Space in der Cottbusser Innenstadt geschaffen, einen offenen Ort, an dem Menschen unabhängig von Alter oder Herkunft zusammenkommen, arbeiten und sich austauschen können. Eingeladen sind neben zivilgesellschaftlich aktiven Gruppen auch Einzelpersonen, besonders Betroffene rechter Gewalt.

Seit Herbst 2024 haben rund 600 Personen den Raum genutzt. Wer früher allein am Laptop saß, arbeitet nun Seite an Seite mit anderen Engagierten. Zwischen Kaffeetassen und Laptops entstehen neue Ideen , ein gemeinsamer Veranstaltungskalender, neue Gruppen, Projekte und Freund:innenschaften. Der Co-Working-Space wirkt wie ein Katalysator für die demokratische Zivilgesellschaft: Er verbindet Menschen, macht Engagement sichtbar und stärkt gegenseitige Unterstützung. Ein leerer Raum, der sich Tag für Tag mit Gesprächen, Lachen und Ideen füllt, steht sinnbildlich für gelebte Demokratie in Cottbus.

Unterstützt von Partner:innen wie dem CottbusLAB der BTU, der Studierendengemeinde, dem Geflüchtetennetzwerk und dem Freien Radio Cottbus wurde der Raum eingerichtet, technisch ausgestattet und feierlich mit rund 200 Gästen eröffnet. Seitdem wird er regelmäßig für Plena, Workshops, Ausstellungen und Netzwerktreffen genutzt. Die Fördermittel des Mikrofonds Zukunftswege Ost halfen bei Ausstattung, Technik und Öffentlichkeitsarbeit.

So entstand bei uns ein Ort, den es zuvor in Cottbus nicht gab.


Der Co-Working-Space soll dauerhaft bestehen, denn das Projekt hat gezeigt, wie wichtig solche Orte sind. Künftig sollen weitere ergänzende Räume und Formate entstehen, die Vernetzung und Demokratie stärken.

Landkreis
Cottbus
Zeitraum
Okt 24 – Mrz 25
Engagementfeld
Bildung und Erziehung
Fördersumme
5.000,00 €

Losmachen – Verein zur Förderung der Lausitzer Zivilgesellschaft e.V.

Losmachen – Verein zur Förderung der Lausitzer Zivilgesellschaft e.V. stärkt die demokratische Lausitzer Zivilgesellschaft. In den herausfordernden Zeiten von Strukturwandel und rechter Dominanz hat der Verein es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen für ein starkes solidarisches Miteinander zusammen zu bringen. Kernelement ist ein Projektraum in Cottbus, welcher als Vernetzungs- und Weiterbildungsort dienen soll. Ziel von Losmachen e.V. ist es langfristige Strukturen für eine gerechte, solidarische und antifaschistische Gesellschaft zu fördern.

Pressebericht

Demokratiedinner

Demokratiedinner 201
© Naturfreunde Gera e.V.

Naturfreunde Gera e.V.

Der Verein ist Teil des internationalen Verbands der NaturFreunde, der seine Wurzeln in den sozialen und humanistischen Ideen der Arbeiter:innenbewegung hat. Die Ortsgruppe setzt sich für ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und Solidarität ein. Sie fördert umweltbewusstes Handeln, Gleichberechtigung und ein respektvolles Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft.

Landkreis
Gera
Zeitraum
Sep 24
Engagementfeld
Umwelt- und Naturschutz
Fördersumme
647,10 €

Hier entstand Dialog auf Augenhöhe

Was bedeutet Demokratie eigentlich praktisch? Wie können Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und Geschlecht in einer demokratischen Welt gerecht vertreten werden? Und: Wie können wir uns diesen Fragen stellen?

Diese und viele weitere Fragen beschäftigen viele engagierte Menschen in Zeiten von gesellschaftlicher Spaltung. Doch leider ist vielerorts und auch in Gera spürbar, wie schwierig es geworden ist, wertschätzende politische und gesellschaftliche Gespräche zu führen. Hier setzte die Ortsgruppe der Naturfreunde Gera mit ihrem moderierten Demokratiedinner ein Zeichen. Dieses Dinner schuf neben dem gemeinsamen zusammen sitzen und zusammen essen, eine Möglichkeit für Begegnung, Dialog und gegenseitiges Verständnis.

Gehalten wurde der geschützte Raum durch eine Moderation und gezielte Fachimpulse, die es ermöglichten, die sich fremden Teilnehmenden ins Gespräch zu bringen. So kamen 20 Menschen unterschiedlichen Alters, Herkunft und Lebenswelten zusammen, die sonst möglicherweise nie an einem Tisch gesessen hätten. Dieser Austausch über Generationen und Perspektiven hinweg, machte Gemeinsamkeiten sichtbar und förderte durch Zuhören und eigenes Ausdrücken gegenseitiges Verständnis.

Beim gemeinsamen Anstoßen am Ende wurde spürbar, dass trotz unterschiedlicher Ansichten gegenseitiger Respekt entstanden war.

Inspiriert von dieser Erfahrung sollen zukünftig weitere Demokratiedinner und Formate in Gera und Umgebung stattfinden, um noch mehr Personen zu erreichen und die Gesprächskultur in Thüringen nachhaltig zu stärken.

Gotha diskutiert

Projekt 609 - Gotha diskutiert
© Verein der Freunde und Förderer der Herzog-Ernst-Schule Staatliche Kooperative Gesamt­schule Landkreis Gotha e.V.

Verein der Freunde und Förderer der Herzog-Ernst-Schule, Staatliche Kooperative Gesamt­schule Landkreis Gotha e.V

Kooperative Gesamtschule „Herzog Ernst“ ist eine Schule, die Projekte von Jugendlichen aktiv unterstützt. Sie engagiert sich seit Jahren im Bundesprogramm „Demokratie leben“ und in der Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Gotha. Durch finanzielle Kürzungen im Kreistag, Landtag und Bundestag ist die Fortführung von Demokratieprojekten erschwert. Der erkannte Bedarf, die Schule nach außen zu öffnen und Schülerinnen sowie Schüler in politische Diskurse einzubinden, wurde unter anderem mit dem Projekt ein Schritt näher gekommen.

Gotha diskutiert: Recht und Verantwortung

„Gotha diskutiert“ bringt Themen in die Schule, die nicht einfach zu beantworten sind. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Recht, Gerechtigkeit und Verantwortung. Reale Fälle dienen dabei als Ausgangspunkt und machen deutlich, dass es oft keine klaren Grenzen zwischen richtig und falsch gibt.

Ein Beispiel dafür war eine große Veranstaltung mit 300 Teilnehmenden mit dem Chefredakteur des True-Crime-Magazins ZEIT Verbrechen. Neben Schüler:innen ab Klasse 9 nahmen auch Lehrkräfte und Eltern teil. Auf einen etwa 90-minütigen Vortrag folgte eine offene Diskussion, die gezielt dazu anregte, eigene Standpunkte zu entwickeln und zu hinterfragen.

Ziel des Projekts war die Durchführung einer von den Jugendlichen selbst geplanten Diskussionsveranstaltung, bei der politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Streitthemen in die Schule geholt und thematisiert wurden. Durch ihre eigene Planung und Initiative wurde ein Austausch auf Augenhöhe geschaffen, die Jugendlichen konnten die Rolle der Zuhörenden verlassen und zu aktiven Teilnehmenden werden. Sie stellten Fragen, konnten eigene Positionen vertreten und setzen sich mit unterschiedlichen Meinungen auseinander setzen.

Praktische Elemente wie nachgespielte Gerichtsverhandlungen und der Besuch im Amtsgericht machten komplexe Zusammenhänge verständlich. Dadurch fiel es den Jugendlichen leichter, Situationen kritisch zu betrachten und zu hinterfragen. Gleichzeitig wurde ihr Interesse an politischen und gesellschaftlichen Themen geweckt und gestärkt. Die Jugendlichen lernten, Argumente abzuwägen, verschiedene Perspektiven zu respektieren und sich eine eigene, fundierte Meinung zu bilden.

Auch in Zukunft soll „Gotha diskutiert“ einmal pro Halbjahr fortgeführt werden.

Landkreis
Gotha
Zeitraum
Mrz 25
Engagementfeld
Bildung und Erziehung
Fördersumme
1.750,00 €

12.-13. Juni ’26

Halle (Saale), Volkspark Halle

Mit Politik- und Musikstars, Fuck-Up-Night, Konzerten, Workshops und Live-Talks

u.a. mit Sandra Maischberger, Robin Alexander, Dagmar Rosenfeld, Jan Plewka und Band u.v.m.