Plüschtierwerkstatt Wallwitz

2053_ Plüschtierwerkstatt Wallwitz Workshop
© Anne Bindig
2053_ Plüschtierwerkstatt Wallwitz Nähmaschine
© Anne Bindig

Koala, Faultier und Begegnungen am Nähtisch

In Wallwitz, einem Ortsteil von Petersberg im Saalekreis haben Kinder, Eltern und Großeltern in der Plüschtierwerkstatt gemeinsam gestrickt, gehäkelt und genäht.

Viele Menschen engagieren sich hier mit Herzblut, vor allem im sozialen und kulturellen Bereich. Vereinen fehlt es dabei oft an Nachwuchs und an Orten, wo Generationen wirklich zusammenkommen. Genau hier setzte der Sportverein SV Blau-Weiß 90 Wallwitz mit ihrem Projekt an.

Am 24. Januar 2026 verwandelte das Team das Vereinsheim in eine offene Handarbeitswerkstatt. In der Plüschtierwerkstatt gestalteten Kinder mit Eltern, Großeltern und Geschwistern ihr eigenes Kuscheltier, ergänzt um kleine selbst genähte Accessoires. Vom Koala bis zum Faultier war alles dabei. Kuchen der örtlichen Bäckerei sorgte für eine gemütliche Atmosphäre. Dank der Förderung standen zudem Wolle, Nadeln und Strickliesel bereit.

Mit rund 40 Teilnehmenden war der Andrang so groß, dass entgegen der Ankündigung „ab 14 Uhr“ fast alle bereits pünktlich erschienen und kurzzeitig alle Plätze belegt waren. Auch spontane Besucher:innen schauten vorbei.

„Die große Freude und der sichtbare Stolz der Kinder über ihre selbst gestalteten Stofftiere war überwältigend“,

berichten die Projektinitiator:innen. Zum Abschluss nähten einige noch Stoffbeutel für den Wintermarkt, die dort gefüllt vom Weihnachtsmann an Kinder verteilt werden sollen.

Am Nähtisch trafen sich Menschen aus verschiedenen Generationen und Nachbardörfern, die sich sonst kaum begegnen. Für manche wirkte der Tag als Anstoß, wieder mit dem Nähen zu beginnen. Damit wurde das Vereinsheim über den Sport hinaus zu einem offenen Treffpunkt für Menschen vor Ort.

Das große Interesse macht deutlich: Hier besteht Bedarf, nach Räumen an denen Menschen verschiedenen Alters zusammen kommen können, um gemeinsam ins Tun und in den Austausch zu kommen. Deswegen möchte der Verein ab sofort vierteljährlich ähnliche Aktionen umsetzen.

Landkreis
Saalekreis
Zeitraum
Jan 26 – Apr 26
Engagementfeld
Austausch und Dialog, Zivilgesellschaft stärken
Fördersumme
3.624,50 €

SV Blau-Weiß 90 Wallwitz e.V.

Der SV Blau-Weiß 90 Wallwitz e.V. ist ein Sportverein mit Sitz in Petersberg, der neben Fußball auch regelmäßig Veranstaltungen organisiert. Er fördert durch Sport eine starke Gemeinschaft und unterstützt insbesondere Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung.

Orange Days- Aktions Wochen gegen Gewalt

[1881] Forster Frauenstammtisch Frau mit Kind und Regenschirm
© Maximilian Gödecke
[1881] Forster Frauenstammtisch T-Shirts bemalen
© Maximilian Gödecke

Wir sind Viele und wir schaffen uns Platz und Gehör!

Eine orangefarbene Bank wandert durch das brandenburgische Städtchen Forst. Sie steht vor dem Supermarkt, vor dem Rathaus, vor einer Villa, in der sich der Frauenstammtisch jeden Monat trifft.

Über eines sind sich die Frauen vom Stammtisch einig:

„Wir gucken nicht weg und wir lassen uns nichts erzählen!”

Auslöser waren auch Erfahrungen mit Sexismus und Gewalt, über die viele Frauen im Alltag nur selten sprechen. Ihr Ziel ist es, sichtbar zu sein. Dafür nehmen sie regelmäßig an städtischen Veranstaltungen teil, stellen sich mit ihrem Infostand in die Fußgängerzone und laden selbst ein. Besonders groß war eine Aktionswoche im November 2025 mit über 100 Teilnehmer:innen. In dieser Woche stellte die Gruppe neben einer Mahnwache und feministischem Theater auch einen T-Shirt-Druck- und einen Rhetorik-Workshop auf die Beine.

Am gefragtesten waren allerdings die Selbstbehauptungskurse, einer für Kinder und einer für Erwachsene. Dabei lernten die Teilnehmer:innen, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu verteidigen. Manche kamen zum ersten Mal mit dem Frauenstammtisch in Kontakt und blieben anschließend dabei.

„Ohne die Förderung hätten wir das nicht anbieten können”,

sagt eine der Organisatorinnen aus dem Stammtisch. Sie freut sich, wie unkompliziert die Unterstützung durch den Mikrofonds war. Gerade kostenlose Angebote würden auch die Menschen erreichen, die sie empowern wollen.

Landkreis
Spree-Neiße
Zeitraum
Nov 25 – Jan 26
Engagementfeld
Freizeit und Geselligkeit
Fördersumme
5.000 €

Forster Frauenstammtisch

Der Frauenstammtisch ist Teil des gemeinnützigen Kulturverein „Bunte 9 e.V.“ in Südbrandenburg in Forst (Lausitz). Mitglieder und Unterstützer:innen gestalten das Programm in der Villa Digitalkultur mit, einem soziokulturellem Zentrum und Coworking-Space. Ziel des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur, der Erziehung, Volks- und Berufsbildung einschließlich der Studierendenhilfe, die Förderung internationaler Gesinnung und der allgemeinen Toleranz.

Sag´ Mal!

[2547] Sag´mal! (Präsentation)
© Maximilian Gödecke
[2547] Sag mal! (Ausstellung)
© Maximilian Gödecke

Wer ist dein Mutmacher?

Dieser Frage sind Viktoria Bybyk und Alina Onyshchuk in ihrem Workshop mit zehn geflüchteten ukrainischen Kindern nachgegangen. Erforscht haben sie die Frage nicht mit Reden sondern durch kreatives Auseinandersetzen mit den eigenen Emotionen und Gefühlen der Kinder.

In mehreren Treffen haben die Kinder so ihre eigenen Mutmacher gefunden und gemalt und mit ihrer persönlichen Mutmacherbotschaft versehen. Herausgekommen sind dabei ganz verschiedene Wesen und Botschaften, so wie auch die Gefühle und Geschichten der Kinder verschieden sind. So bestärkt der geflügelte Hai die zwölfjährige Mariia darin, dass sie das Schlimmste geschafft hat und sie durch alles, was sie erlebt hat, stärker geworden ist. Das Regenbogenpferd von Amelia erinnert sie immer daran, wie wichtig es ist, sich gegenseitig zuzuhören, um Konflikte zu lösen und dadurch die eigenen Beziehungen zu Familie und Freund:innen zu stärken. Und der Hund in der Kissenhöhle erinnert Maja daran, dass es okay ist, das Menschen unterschiedlich sind und sich mal streiten.

„Wichtig ist es, wieder zueinander zu finden. Zum Beispiel in dem man den ersten Schritt macht und sich entschuldigt.“

In der Kinder- und Jugendbibliothek in Erfurt haben die Kinder ihre Kunstwerke ausgestellt und bei der Eröffnung erzählt, was hinter den einzelnen Bildern steckt.

Außerdem wurden den Besucher:innen gedruckte Postkarten mit den Motiven zur Verfügung gestellt. So waren sie eingeladen, die mutmachenden Botschaften der ukrainischen Kinder in die Welt zu schicken und denen eine Stimme zu geben, die viel zu oft untergeht.

Landkreis
Erfurt
Zeitraum
Mrz 26 -Apr 26
Engagementfeld
Sport
Fördersumme
5.000 €

Spirit of Football e.V.

Spirit of Football e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die seit 2005 soziokulturelle und Bildungsräume für Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft schafft. Gestützt auf den Prinzipien des Fair Play – Respekt, Vielfalt und Zusammenarbeit – verbinden sie Kreativität, Spiel und gemeinsames Handeln, arbeiten in Schulen und Gemeinschaften und unterstützen die Integration von Migrant:innen.

Co-Working-Space der Zivilgesellschaft

366 Co-Working-Space Zivilgesellschaft Austausch
© Christiane Schleifenbaum
366 Co-Working-Space Zivilgesellschaft Workshop
© Christiane Schleifenbaum

Gemeinsam statt allein: Ein offener Raum für Engagement in Cottbus

In Cottbus wächst die Zahl der Studierenden, Pendler:innen und Zugezogenen. Gleichzeitig fehlen Orte, an denen sich engagierte Menschen begegnen und vernetzen können. Viele arbeiten vereinzelt, während gesellschaftliche Spaltung zunimmt. Gerade hier braucht es Räume, in denen Miteinander, Austausch und demokratisches Engagement selbstverständlich werden.
Das haben Engagierte aus der Lausitzer Zivilgesellschaft in die Hand genommen. Gemeinsam haben sie einen Co-Working-Space in der Cottbusser Innenstadt geschaffen, einen offenen Ort, an dem Menschen unabhängig von Alter oder Herkunft zusammenkommen, arbeiten und sich austauschen können. Eingeladen sind neben zivilgesellschaftlich aktiven Gruppen auch Einzelpersonen, besonders Betroffene rechter Gewalt.

Seit Herbst 2024 haben rund 600 Personen den Raum genutzt. Wer früher allein am Laptop saß, arbeitet nun Seite an Seite mit anderen Engagierten. Zwischen Kaffeetassen und Laptops entstehen neue Ideen , ein gemeinsamer Veranstaltungskalender, neue Gruppen, Projekte und Freund:innenschaften. Der Co-Working-Space wirkt wie ein Katalysator für die demokratische Zivilgesellschaft: Er verbindet Menschen, macht Engagement sichtbar und stärkt gegenseitige Unterstützung. Ein leerer Raum, der sich Tag für Tag mit Gesprächen, Lachen und Ideen füllt, steht sinnbildlich für gelebte Demokratie in Cottbus.

Unterstützt von Partner:innen wie dem CottbusLAB der BTU, der Studierendengemeinde, dem Geflüchtetennetzwerk und dem Freien Radio Cottbus wurde der Raum eingerichtet, technisch ausgestattet und feierlich mit rund 200 Gästen eröffnet. Seitdem wird er regelmäßig für Plena, Workshops, Ausstellungen und Netzwerktreffen genutzt. Die Fördermittel des Mikrofonds Zukunftswege Ost halfen bei Ausstattung, Technik und Öffentlichkeitsarbeit.

So entstand bei uns ein Ort, den es zuvor in Cottbus nicht gab.


Der Co-Working-Space soll dauerhaft bestehen, denn das Projekt hat gezeigt, wie wichtig solche Orte sind. Künftig sollen weitere ergänzende Räume und Formate entstehen, die Vernetzung und Demokratie stärken.

Landkreis
Cottbus
Zeitraum
Okt 24 – Mrz 25
Engagementfeld
Bildung und Erziehung
Fördersumme
5.000,00 €

Losmachen – Verein zur Förderung der Lausitzer Zivilgesellschaft e.V.

Losmachen – Verein zur Förderung der Lausitzer Zivilgesellschaft e.V. stärkt die demokratische Lausitzer Zivilgesellschaft. In den herausfordernden Zeiten von Strukturwandel und rechter Dominanz hat der Verein es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen für ein starkes solidarisches Miteinander zusammen zu bringen. Kernelement ist ein Projektraum in Cottbus, welcher als Vernetzungs- und Weiterbildungsort dienen soll. Ziel von Losmachen e.V. ist es langfristige Strukturen für eine gerechte, solidarische und antifaschistische Gesellschaft zu fördern.

Pressebericht

Demokratiedinner

Demokratiedinner 201
© Naturfreunde Gera e.V.

Naturfreunde Gera e.V.

Der Verein ist Teil des internationalen Verbands der NaturFreunde, der seine Wurzeln in den sozialen und humanistischen Ideen der Arbeiter:innenbewegung hat. Die Ortsgruppe setzt sich für ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und Solidarität ein. Sie fördert umweltbewusstes Handeln, Gleichberechtigung und ein respektvolles Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft.

Landkreis
Gera
Zeitraum
Sep 24
Engagementfeld
Umwelt- und Naturschutz
Fördersumme
647,10 €

Hier entstand Dialog auf Augenhöhe

Was bedeutet Demokratie eigentlich praktisch? Wie können Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft und Geschlecht in einer demokratischen Welt gerecht vertreten werden? Und: Wie können wir uns diesen Fragen stellen?

Diese und viele weitere Fragen beschäftigen viele engagierte Menschen in Zeiten von gesellschaftlicher Spaltung. Doch leider ist vielerorts und auch in Gera spürbar, wie schwierig es geworden ist, wertschätzende politische und gesellschaftliche Gespräche zu führen. Hier setzte die Ortsgruppe der Naturfreunde Gera mit ihrem moderierten Demokratiedinner ein Zeichen. Dieses Dinner schuf neben dem gemeinsamen zusammen sitzen und zusammen essen, eine Möglichkeit für Begegnung, Dialog und gegenseitiges Verständnis.

Gehalten wurde der geschützte Raum durch eine Moderation und gezielte Fachimpulse, die es ermöglichten, die sich fremden Teilnehmenden ins Gespräch zu bringen. So kamen 20 Menschen unterschiedlichen Alters, Herkunft und Lebenswelten zusammen, die sonst möglicherweise nie an einem Tisch gesessen hätten. Dieser Austausch über Generationen und Perspektiven hinweg, machte Gemeinsamkeiten sichtbar und förderte durch Zuhören und eigenes Ausdrücken gegenseitiges Verständnis.

Beim gemeinsamen Anstoßen am Ende wurde spürbar, dass trotz unterschiedlicher Ansichten gegenseitiger Respekt entstanden war.

Inspiriert von dieser Erfahrung sollen zukünftig weitere Demokratiedinner und Formate in Gera und Umgebung stattfinden, um noch mehr Personen zu erreichen und die Gesprächskultur in Thüringen nachhaltig zu stärken.

Gotha diskutiert

Projekt 609 - Gotha diskutiert
© Verein der Freunde und Förderer der Herzog-Ernst-Schule Staatliche Kooperative Gesamt­schule Landkreis Gotha e.V.

Verein der Freunde und Förderer der Herzog-Ernst-Schule, Staatliche Kooperative Gesamt­schule Landkreis Gotha e.V

Kooperative Gesamtschule „Herzog Ernst“ ist eine Schule, die Projekte von Jugendlichen aktiv unterstützt. Sie engagiert sich seit Jahren im Bundesprogramm „Demokratie leben“ und in der Partnerschaft für Demokratie des Landkreises Gotha. Durch finanzielle Kürzungen im Kreistag, Landtag und Bundestag ist die Fortführung von Demokratieprojekten erschwert. Der erkannte Bedarf, die Schule nach außen zu öffnen und Schülerinnen sowie Schüler in politische Diskurse einzubinden, wurde unter anderem mit dem Projekt ein Schritt näher gekommen.

Gotha diskutiert: Recht und Verantwortung

„Gotha diskutiert“ bringt Themen in die Schule, die nicht einfach zu beantworten sind. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Recht, Gerechtigkeit und Verantwortung. Reale Fälle dienen dabei als Ausgangspunkt und machen deutlich, dass es oft keine klaren Grenzen zwischen richtig und falsch gibt.

Ein Beispiel dafür war eine große Veranstaltung mit 300 Teilnehmenden mit dem Chefredakteur des True-Crime-Magazins ZEIT Verbrechen. Neben Schüler:innen ab Klasse 9 nahmen auch Lehrkräfte und Eltern teil. Auf einen etwa 90-minütigen Vortrag folgte eine offene Diskussion, die gezielt dazu anregte, eigene Standpunkte zu entwickeln und zu hinterfragen.

Ziel des Projekts war die Durchführung einer von den Jugendlichen selbst geplanten Diskussionsveranstaltung, bei der politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Streitthemen in die Schule geholt und thematisiert wurden. Durch ihre eigene Planung und Initiative wurde ein Austausch auf Augenhöhe geschaffen, die Jugendlichen konnten die Rolle der Zuhörenden verlassen und zu aktiven Teilnehmenden werden. Sie stellten Fragen, konnten eigene Positionen vertreten und setzen sich mit unterschiedlichen Meinungen auseinander setzen.

Praktische Elemente wie nachgespielte Gerichtsverhandlungen und der Besuch im Amtsgericht machten komplexe Zusammenhänge verständlich. Dadurch fiel es den Jugendlichen leichter, Situationen kritisch zu betrachten und zu hinterfragen. Gleichzeitig wurde ihr Interesse an politischen und gesellschaftlichen Themen geweckt und gestärkt. Die Jugendlichen lernten, Argumente abzuwägen, verschiedene Perspektiven zu respektieren und sich eine eigene, fundierte Meinung zu bilden.

Auch in Zukunft soll „Gotha diskutiert“ einmal pro Halbjahr fortgeführt werden.

Landkreis
Gotha
Zeitraum
Mrz 25
Engagementfeld
Bildung und Erziehung
Fördersumme
1.750,00 €

Kulinarische Reise durch Deutschland

202 - Kulinarische Reise durch Deutschland
© Maximilian Gödecke
202 - Kulinarische Reise durch Deutschland (Blick in Raum)
© Maximilian Gödecke

Über den Tellerrand schauen

Was verbindet Menschen besser als gemeinsames Kochen und Essen? Im Schieferhaus in Wippra hat eine kulinarische Reise durch die 16 Bundesländer dazu eingeladen, die kulinarische Vielfalt Deutschlands kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Perspektiven zu gewinnen, auch auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West.

Anlass für das Projekt waren 35 Jahre Deutsche Einheit. Denn auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung bestehen nach Einschätzung der Initiator:innen weiterhin Vorurteile und Distanz zwischen Menschen mit unterschiedlichen Ost- und Westbiografien. Die kulinarische Reise wollte über gemeinsames Kochen, Essen und Erzählen Neugier wecken und Austausch schaffen. Die Mikroförderung ermöglichte die Durchführung der Kochabende, die Beschaffung von Zutaten und Materialien sowie Organisation und Öffentlichkeitsarbeit.

Von Januar bis November fanden insgesamt 16 Kochabende statt, jeweils mit einem landestypischen Drei-Gänge-Menü aus einem der 16 Bundesländer. Die Vorbereitung umfasste Recherchen zu regionalen Besonderheiten und zur Geschichte der Gerichte, das Besorgen möglichst originaler Zutaten sowie Gesprächsimpulse für die Tischrunden. Dabei wurde schnell deutlich: Selbst scheinbar vertraute Gerichte unterscheiden sich regional oft stark und erzählen viel über Kultur und Geschichte.

An den Kochabenden nahmen insgesamt rund 80 Gäste teil. Angesprochen waren Menschen verschiedener Altersgruppen, insbesondere auch Personen, für die ein Restaurantbesuch sonst kaum möglich ist. Viele Teilnehmende berichteten, dass sie die Vielfalt Deutschlands neu wahrgenommen und wertschätzen gelernt haben. Zudem erfuhren einige Gäste erstmals von den weiteren gemeinnützigen Aktivitäten im Schieferhaus. Bei der Abschlussveranstaltung blickten die Teilnehmenden gemeinsam auf die Reise zurück und äußerten den Wunsch nach einer Fortsetzung.

Landkreis
Mansfeld-Südharz
Zeitraum
Jan – Nov 25
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
4.560,00 €

Schieferhaus Wippra gUG

Das denkmalgeschützte Schieferhaus in Wippra wurde 1380 erbaut, stand jahrelang leer und wird seit 2020 saniert. Von Beginn der Sanierungsarbeiten an hat es sich die Schieferhaus gUG zur Aufgabe gemacht, das Gebäude und die Außenanlage wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und im Sinne des Gemeinwohls zu nutzen. Seit 2021 werden regelmäßig Veranstaltungen angeboten, um ein stärkeres Miteinander und eine positive gesellschaftliche Entwicklung zu fördern.

Schichtwechsel – Kohlerevier im Wandel

144 - Schichtwechsel (1)
© Kunstplattform Sachsen-Anhalt e.V.
144 - Schichtwechsel (2)
© Kunstplattform Sachsen-Anhalt e.V.

Zwischen Abbau und Aufbruch

Mit dem Projekt „Schichtwechsel“ hat der Kunstplattform Sachsen-Anhalt e. V. den Strukturwandel im mitteldeutschen Braunkohlerevier künstlerisch aufgegriffen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich der Ausstieg aus der Kohleverstromung auf Lebens- und Arbeitsrealitäten in Sachsen-Anhalt auswirkt, und wie diese Veränderungen sichtbar und besprechbar gemacht werden können. Die Mikroförderung ermöglichte Honorare für Fotografie, Gestaltung und Interviews, Druckkosten, Reise- und Rechercheaufwand sowie die Projektkoordination. Aufbauend auf den Erfahrungen aus „Schichtwechsel“ sind weitere bild- und textbasierte Formate geplant, darunter ein Bild-Textband und eine Wanderausstellung.

Im Burgenlandkreis rund um Zeitz setzte sich das Projekt fotografisch mit Orten auseinander, an denen der Wandel bereits spürbar ist: ehemalige Industrieanlagen, Landschaften im Übergang und markante Orte mit veränderten Funktionen. Ergänzt wurden die Bildmotive durch Porträts und Interviews mit Menschen, die beruflich oder biografisch unmittelbar vom Strukturwandel betroffen sind. Ihre persönlichen Aussagen gaben dem Projekt Vielstimmigkeit und Authentizität. Rund 65 Menschen wirkten als Gesprächspartner:innen oder Teilnehmende an der öffentlichen Rezeption mit.

Dem künstlerischen Prozess ging eine intensive Recherche zu historischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergründen des Reviers voraus. Gespräche mit Akteuren aus Kultur, Zivilgesellschaft und Industrie sowie Interviews mit Beschäftigten aus Tagebau und Kraftwerken bildeten die Grundlage der Arbeit. Unterschiedliche Haltungen zum Strukturwandel, Zustimmung, Skepsis und Ablehnung, wurden dabei bewusst nebeneinandergestellt.

Aus dem entstandenen Bild- und Textmaterial wurde ein multimedialer Essay gestaltet sowie ein gedrucktes Katalogheft, das kostenfrei an Interessierte verteilt wird.

Landkreis
Burgenlandkreis
Zeitraum
Jan – Mär 24
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
4.750,00 €

Kunstplattform Sachsen-Anhalt e. V.

Der Kunstplattform Sachsen-Anhalt e.V. wurde mit dem Ziel gegründet, Kunst in Sachsen-Anhalt zu ermöglichen und zu fördern.

Handwerk verbindet Dorfgemeinschaft

1880 - Handwerk verbindet Dorfgemeinschaft
© Maximilian Gödecke
1880 - Handwerk verbindet die Dorfgemeinschaft
© Maximilian Gödecke

Zwischen Werkbank und Kuchentafel

Ein Angebot, das Kinder, Familien, ältere Menschen und neue Dorfbewohner:innen gleichermaßen anspricht und zusammenbringt: Handwerk. Mit dieser Idee setzte The ARCH in der ländlichen Altmark auf gemeinsames Tun, Begegnung und die Weitergabe von Wissen und Fähigkeiten. Denn neben dem Mangel an kulturellen Angeboten geht auch handwerkliches Können und Wissen über traditionelle Techniken zunehmend verloren. Die Mikroförderung ermöglichte Honorare für Handwerker:innen und Künstler:innen, Materialien für die Mitmachstationen sowie Organisation, Technik und das kulturelle Rahmenprogramm.

So entstand in der Traktorenwerkstatt des Ritterguts ein vielfältiges, wettergeschütztes Mitmachangebot. Lokale Handwerker:innen und Künstler:innen entwickelten mehrere partizipative Stationen, an denen alle aktiv werden konnten. Gemeinsam entstanden Kastanienmenschen, Holz-Fantasiewesen, Drucke in einer offenen Werkstatt sowie ein großes Gemeinschaftsmosaik in Form einer Dorfkarte. Ergänzt wurde das Programm durch Livemusik sowie Kaffee und Kuchen aus der Dorfgemeinschaft.

Insgesamt nahmen rund 30 Menschen teil, begleitet von ehrenamtlichen Helfer:innen sowie Handwerks- und Kulturschaffenden aus der Region. Viele Teilnehmende beschrieben die Atmosphäre als herzlich und verbindend, nicht zuletzt, weil gemeinsam etwas Sichtbares geschaffen wurde. Für 2026 sind weitere handwerkliche Mitmachformate geplant, gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft.

Landkreis
Stendal
Zeitraum
Nov 25
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
4.750,00 €

The ARCH gUG

The ARCH gUG ist eine gemeinnützige UG in der Altmark, die sich für die Erhaltung und Förderung traditionellen Handwerks einsetzt. The ARCH organisiert inklusive Events, um kulturelles Erbe zu stärken und Gemeinschaften in ländlichen Regionen zu beleben. Bisherige Projekte umfassen Handwerksfeste mit Fokus auf Wissenstransfer und soziale Teilhabe. Partner:innen sind Vereine, Seniorengruppen und Freiwilligen, um nachhaltige Impulse für den Zusammenhalt zu schaffen.

BarCamp „Prignitz gestalten“

469_barcamp 2
© Jana Schegel
469_barcamp
© Jana Schegel

Wie gestaltet man gemeinsam die Zukunft vor Ort?

Im Landkreis Prignitz engagieren sich viele Menschen mit Ideen, Tatkraft und dem Wunsch, die Entwicklung ihrer Region aktiv mitzugestalten. Was dabei oft fehlt, sind konkrete Gelegenheiten, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam ins Handeln zu kommen. Beim BarCamp im Kulturkombinat Perleberg konnten Engagierte ihre eigenen Themen und Ideen einbringen und Mitstreiter:innen für Neues gewinnen.

Nachdem das Format bereits 2024 erstmals in Wittenberge erprobt worden war, ermöglichte die Mikroförderung 2025 eine Neuauflage in Perleberg. Angesprochen waren Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Kultur und Verwaltung. Insgesamt nahmen 35 Personen teil. Die Förderung wurde für Organisation und Moderation, Technik und Veranstaltungskosten sowie Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt, um ein offenes und kostenfreies Beteiligungsformat umzusetzen.

Besonders am BarCamp-Format ist, dass die Teilnehmenden den Tag selbst gestalten. In bis zu 24 Sessions konnten sie Themen setzen, Fragen einbringen und gemeinsam an Lösungsansätzen arbeiten. So entstand Raum für unkonventionelle Ideen und neue Perspektiven auf Herausforderungen vor Ort. Die Themen reichten von demokratischer Teilhabe über Fachkräftegewinnung bis hin zu Impulsen für regionale Veranstaltungen wie den Apfelmarkt in Wittenberge. Auch der Austausch zum Projekt „Prignitz 2040“ des Landkreises lieferte wichtige Anregungen.

Das BarCamp machte Lust auf mehr: Aus den ersten Projektideen und Impulsen entwickelte sich wenig später ein gemeinsamer Kommunikationsworkshop. Viele Teilnehmende zeigten sich motiviert, ihr Engagement fortzusetzen. 2026 soll das BarCamp an einem neuen Ort in der Prignitz fortgeführt werden, um weitere Engagierte aus der Region einzubeziehen. Eine Förderung bleibt wichtig, um die Teilnahme weiterhin kostenfrei und offen zu ermöglichen.

Landkreis
Prignitz
Zeitraum
Feb 25- Jun 25
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
4.818,00 €

FestLand e.V

Der Verein FestLand e. V. wurde 2003 im brandenburgischen Dorf Klein Leppin gegründet. Seitdem bringt er mit dem Projekt „Dorf macht Oper“ jährlich eine neue Opernaufführung auf die Bühne und macht Hochkultur im ländlichen Raum erlebbar.

Tag der Demokratie

1472 Tag Der Demokratie
© Landschulheim Grovesmühle
1472 Tag Der Demokratie 2
© Landschulheim Grovesmühle

„Ich bin Ich und das reicht.“

Im Landschulheim Grovesmühle in Veckenstedt fand am 16. September 2025 der zweite „Tag der Demokratie“ statt. Mit dem Projekttag setzte die Schule ein Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Mitbestimmung. Insgesamt 17 Workshops boten den Schüler:innen verschiedene Möglichkeiten, sich einzubringen und auszuprobieren. Mit Hilfe der Mikroförderung konnten die Workshops umgesetzt, Materialien bereitgestellt, Honorare gezahlt und der Projekttag organisiert werden.

Die Angebote reichten von kreativen und körperlichen Formaten wie Poetry Slams, Malaktionen, Siebdruck, Capoeira und Musik bis hin zu interaktiven Spielen, einer gemeinsam entwickelten Mikrostadt sowie Diskussionsrunden zu Themen wie künstliche Intelligenz, Frieden und demokratische Grundwerte. Dabei entstanden Poetrytexte, bunte Leinwände, Hör- und Spielideen.

Unterstützt wurde der Projekttag durch Gäste aus der Region: Das Gymnasium Wernigerode war mit 150 Schüler:innen vertreten, musikalisch begleitet wurde das Programm von der Leipziger Band „Stilbruch“. Der Poetry Slam, ein Malwettbewerb und das Nachmittagskonzert waren öffentlich und luden auch Menschen aus der Region Nordharz und Umgebung zur Teilnahme ein. Texte, die im Rahmen der Workshops entstanden geben Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelten der Schüler:innen:

„Heute weiß ich: Ich bin nicht Luft, ich bin Atem. Ich bin nicht Schuld, ich bin Geschichte. Und das Einzige, was ich wirklich brauche, bin ich. Ich bin ich und das reicht.„.

Das Format soll fortgeführt werden: Für das kommende Jahr ist bereits der dritte „Tag der Demokratie“ geplant, um demokratisches Lernen, Mitbestimmung und gesellschaftliches Engagement langfristig im Schulalltag zu verankern.

Landkreis
Harz
Zeitraum
Sep 25
Engagementfeld
Bildung und Erziehung
Fördersumme
2.850,00 €

Landschulheim Grovesmühle gGmbH

Die Grovesmühle im Nordharz ist eine Schule mit Internat in freier Trägerschaft. Sie begleitet Schüler:innen auf ihrem Weg zum Schulabschluss und bereitet sie auf das Leben nach der Schule vor. Mit Gymnasium, Realschule und Fachoberschule unter einem Dach bietet die Grovesmühle unterschiedliche Bildungswege und fördert junge Menschen entsprechend ihrer individuellen Voraussetzungen.

Ein Stück Demokratie

826_ Ein Stück Demokratie
@ FACK e.V.
826_ Ein Stück Demokratie 2
@ FACK e.V.

Demokratie zum Anfassen – Jugend gestaltet Altenburg.

Wie lässt sich Demokratie im Alltag erfahrbar machen? Mit dem Projekt „Ein Stück Demokratie“ konnten rund 200 Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren eigene Formen der Mitbestimmung ausprobieren und demokratische Prozesse praktisch erleben.

Von April bis Juli 2025 führte FACK e.V. in Altenburg verschiedene partizipative Formate durch. In Idea-Exchange-Sessions brachten die Teilnehmenden eigene Themen ein und diskutierten Fragen, die sie im Alltag beschäftigen. Musik-Voting-Workshops machten demokratische Entscheidungsprozesse spielerisch erfahrbar: Gemeinsam wurde über DJ-Musik abgestimmt und Gruppenaufgaben gelöst, die Mehrheitsentscheidungen, Fairness und Aushandlung erforderten. Ergänzt wurde das Programm durch interkultrelle und künstlerische Workshops, in denen persönliche Geschichten, Erfahrungen und kreative Ausdrucksformen Platz fanden.

Die eingesetzten Fördermittel ermöglichten die Organisation der Veranstaltungen, Materialien, Technik sowie die pädagogische Begleitung der Workshops. Am Projekt nahmen Jugendliche mit unterschiedlichen Lebensrealitäten teil. In kleinen Gruppen entwickelten sie Lösungen für organisatorische Herausforderungen, trafen Entscheidungen und übernahmen Verantwortung. Dabei wurde sichtbar, wie vielfältige Perspektiven gemeinsame Prozesse bereichern können. Ein Teilnehmer brachte es so auf den Punkt: „So viele Perspektiven zu hören, hat mir Demokratie jeden Tag spürbar gemacht.“

Die im Projekt entwickelten Formate sollen weitergeführt und ausgebaut werden, um jungen Menschen in Altenburg auch künftig Räume für Austausch, Beteiligung und demokratisches Lernen zu bieten.

Landkreis
Altenburger Land
Zeitraum
Apr 25- Jul 25
Engagementfeld
Bildung und Erziehung
Fördersumme
5.000,00 €

FACK e.V.

FACK e.V. (Futurist’s Agency for a new Cultural Kick-Off) ist ein junger, gemeinnütziger Verein aus Altenburg in Thüringen, der sich mit voller Energie der Frage widmet: Wie wollen wir morgen leben – und was können wir heute dafür tun? Der Verein schafft Räume, in denen junge Menschen nicht nur mitreden, sondern mitgestalten.

Gemeinschaftsküche

projekt 512_2
© Robin Kallenbach
Projekt 512_

Was tun, wenn sich Mäuse in der Küche wohler fühlen als Jugendliche?

In Schwarzburg im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt fehlte es lange an Treffpunkten für Kinder und Jugendliche. Also nahmen junge Menschen es selbst in die Hand und organisierten einen selbstverwalteten Jugendraum auf dem Gelände einer stillgelegten Jugendherberge. Schnell wurde jedoch klar: Die Küche war stark beschädigt und kaum nutzbar. Mäusebefall, Stockflecken und eine veraltete Ausstattung machten gemeinsames Kochen unmöglich.

Durch die Mikroförderung konnte das Projekt „Gemeinschaftsküche“ umgesetzt werden. Die Mittel ermöglichten den Kauf von Baumaterialien und Ausstattung, die Unterstützung durch Fachkräfte sowie die Durchführung einer gemeinsamen Eröffnungs- und Kochveranstaltung inklusive Öffentlichkeitsarbeit.

Von Februar bis Ende Mai 2025 wurde die Küche im Haus Köthen in Schwarzburg, einem Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Jugendherberge, umfassend renoviert. Bevor es losgehen konnte, klärten die Jugendlichen gemeinsam mit der Gemeinde als Eigentümerin die langfristige Nutzung des Raums. In mehr als zehn Workshops, teils ganztägig, teils nach der Schule, übernahmen die Jugendlichen nahezu alle Aufgaben selbst: Sie planten den Umbau, rissen ab, spachtelten und strichen Wände, erneuerten den Boden und wählten Möbel aus, die sie gemeinsam aufbauten. Punktuell wurden sie vom Gemeindebauhof unterstützt. Entscheidungen wurden gemeinsam getroffen: von grundlegenden Fragen bis hin zu Details wie der Farbe des Kühlschranks, über die in einer WhatsApp-Gruppe intensiv diskutiert wurde. Den Abschluss bildete eine feierliche Einweihung mit einer gemeinsamen Eröffnungsfeier und alkoholfreien Cocktails.

Begleitet wurde das Projekt vom Ortsjugendwerk, dem Quartiersmanagement der AWO Rudolstadt und der Gemeinde. Insgesamt beteiligten sich 20 junge Menschen an den Renovierungsarbeiten. Die Altersspanne war dabei groß: Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 22 Jahren arbeiteten gemeinsam an dem Projekt. Eine Teilnehmerin brachte es so auf den Punkt: „Immer wenn ich herkomme, bin ich über die Altersspanne erstaunt.“ Im gemeinsamen Tun erwarben die Beteiligten nicht nur handwerkliche Fähigkeiten, sondern stärkten auch Verantwortungsgefühl, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, Entscheidungen gemeinsam auszuhandeln.

Heute ist die Küche vollständig erneuert und wird rege genutzt. Künftig soll sie auch anderen Vereinen zur Verfügung stehen, regelmäßige Kochaktionen sind geplant. Angestoßen durch den Erfolg des Projekts haben die Jugendlichen bereits das nächste Vorhaben im Blick: Eine gesperrte Fußgängerbrücke soll instand gesetzt werden, um den Zugang zum Jugendraum langfristig zu sichern.

Landkreis
Saalfeld-Rudolstadt
Zeitraum
Feb – Mai 2025
Engagementfeld
Bürger- und Verbraucherinteressen
Fördersumme
5.000,00 €

Ortsjugendwerk Schwarzatal der AWO Rudolstadt

Das Ortsjugendwerk Schwarzatal der AWO Rudolstadt e. V. setzt sich für eine lebendige, demokratische Jugendkultur im ländlichen Raum ein. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen im Schwarzatal Räume für Begegnung, Mitbestimmung und gemeinsames Engagement zu eröffnen. Dazu organisiert das Ortsjugendwerk Veranstaltungen, kooperiert mit regionalen Partnern und begleitet einen selbstverwalteten Jugendtreff.

Ein Fest der Vielfalt & Inklusion

470_Ein Fest der Vielfalt und Inlusion 2
© Milena Kneip
470_Ein Fest der Viefalt und Inklusion.
© Milena Kneip

Gemeinsam feiern, einander begegnen

Wie bringt man Menschen mit und ohne geistige Behinderung, unterschiedliche Kulturen sowie Jung und Alt zusammen? Mit Musik, Tanz, Begegnung und gemeinsamem Feiern gelingt das ganz selbstverständlich!

Im Kulturquartier Erfurt entstand der Wunsch, nicht nur ein sichtbares Zeichen für Toleranz und Vielfalt zu setzen, sondern auch 20 Jahre Engagement in den Bereichen Bildung, Integration von Geflüchteten und Inklusion von Menschen mit geistiger Behinderung gemeinsam zu feiern. Das Fest der Vielfalt & Inklusion lud dazu ein, zusammenzukommen, miteinander zu feiern und vielfältiges Engagement sichtbar zu machen.

Am 17. Mai 2025 feierten rund 350 Besucher:innen gemeinsam. Sechs Musik-Acts und eine DJ gestalteten das Bühnenprogramm. Ergänzt wurde das Angebot durch Spiel- und Kreativangebote sowie ein Kino im Innenbereich. Später verlagerte sich das Geschehen auf die Tanzfläche, wo die DJs bis weit nach Mitternacht für ausgelassene Stimmung sorgten. Die Fördermittel ermöglichten die Organisation der Veranstaltung, Technik, Künstler:innenhonorare und Verpflegung.

Solche Feste schaffen besondere Begegnungen: Ein ukrainischer Kinderchor begeisterte das Publikum und freute sich sichtbar über den wertschätzenden Rahmen. Auf der Tanzfläche feierten Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich miteinander. Aus einer spontanen Begegnung zweier Fußballfans entstand wenige Tage später sogar ein gemeinsamer Stadionbesuch.

Landkreis
Erfurt
Zeitraum
Mär 25
Engagementfeld
Sport
Fördersumme
5.000,00 €

Spirit of Football e.V.

Spirit of Football e.V. (SoF) nutzt die Kraft des Fußballs, um die Werte Vielfalt, Respekt & Teamwork zu fördern. Durch Bildungsveranstaltungen und Integrationsprojekte sensibilisiert der Verein für Gemeinschaft, Weltoffenheit & Solidarität. Aktuelle Projekte wie Unified Football (Fußball mit Teilnehmenden mit & ohne geistige Behinderung), integrative Sportangebote für Geflüchtete und Empowerment-Angebote für Mädchen fördern den Austausch zwischen verschiedenen Menschen für ein friedliches Thüringen.

Zukunftswege an der Nudelei!

442 Zukunftswege in der Nudelei 2
(c) Julia Bojaryn
442 Zukunftswege in der Nudelei
(c) Julia Bojaryn

Neues Leben an der Nudelei

Willkommen an der Nudelei! In Löbau wurde der Schwung aus einem auslaufenden Beteiligungsprojekt als Rückenwind genutzt, um ein altes Fabrikareal weiterhin als Ort für Teilhabe und Mitgestaltung zu erhalten.

In Löbau im Landkreis Görlitz wurde die alte Teigwarenfabrik durch ein Beteiligungsprojekt neu belebt. Viele Menschen wollten sich weiter einbringen. Damit diese Energie nicht verloren geht, sollte das Gelände auch nach Projektende ein Ort für Treffen, Ideen und Austausch bleiben. Der „Nudel-Stammtisch“ bringt engagierte Bürger:innen, Vereine und Initiativen zusammen. Gemeinsam planen sie Aktivitäten rund um die Nudelei. Durch die Förderung konnten drei Veranstaltungen mit insgesamt rund 700 Teilnehmenden umgesetzt werden. Dank der Beteiligung ortsansässiger Vereine und Initiativen waren unterschiedliche Alters- und Interessengruppen bereits in der Planung und Durchführung vertreten.

Ein Erlebnisparcours im März zeigte Ergebnisse aus „FABRIK reanimiert“ und stellte neue Ideen vor. Im Juni lud eine lange Tafel auf dem Hof zum gemeinsamen Essen und Kennenlernen ein. Im August folgte ein Sommerkino mit anschließendem Gespräch. Die drei Veranstaltungen machten die Nudelei wieder zu einem lebendigen Treffpunkt. Beim Erlebnisparcours konnten Besucher:innen sehen, was zuvor entstanden war, und eigene Gedanken einbringen. Die lange Tafel brachte Menschen miteinander ins Gespräch, auch jene, die neu in Löbau sind. Beim Sommerkino wurde über das Leben in der Kleinstadt gesprochen. Viele Teilnehmende berichteten, dass sie sich willkommen fühlten und gern wiederkommen möchten. Die Aktionen zeigten, dass einfache Begegnungsformate das Miteinander stärken.

Der Nudel-Stammtisch möchte die Zusammenarbeit fortsetzen und neue Formate entwickeln. Die Nudelei soll dauerhaft ein Ort für Austausch, Kultur und Beteiligung bleiben. Weitere offene Treffen und Aktionen sind geplant, um noch mehr Menschen einzubeziehen.

Landkreis
Görlitz
Zeitraum
Jan 25 – Dez 25
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
5.000,00 €

Stiftung Haus Schminke

Das Haus Schminke wurde 1933 von dem Architekten Hans Scharoun für die Nudelfabrikantenfamilie Schminke erbaut und ist heute eine weltweit bekannte Architekturikone. Die Stiftung Haus Schminke bewahrt und vermittelt das Baudenkmal seit 2009. Von Juli 2023 bis Dezember 2024 führte die Stiftung das Beteiligungsprojekt „FABRIK reanimiert!“ zur Wiederbelebung der Nudelfabrik neben dem Haus Schminke durch.

Gemeinschaftsküche Taschenberg

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Einwecken, Erwecken – Ortsgeschichte(n) neu erzählt!

Um einen Ort in Taschenberg zu schaffen, an dem Menschen sich begegnen, Erinnerungen teilen und miteinander ins Gespräch kommen können, richtete der Gedanken-Räume e.V. zu Jahresbeginn eine Gemeinschaftsküche in einem leerstehenden Raum der alten Schule ein. Viele Bewohner:innen wünschten sich schon lange mehr Miteinander und niedrigschwellige Angebote.

Mit Unterstützung der Mikroförderung wurde die Küche ausgestattet, Materialien beschafft und eine Einladungskampagne umgesetzt. Plakate an Bushaltestellen und in Briefkästen machten neugierig und holten auch Menschen ins Boot, die bisher wenig am Dorfleben teilgenommen hatten.

In der neuen Küche fanden vier Workshops statt: „Gedanken-Scrabble“, „Gedanken-Post“, „Gedanken-Lesen“ und „Gedanken-Spuren“. Vierzehn Teilnehmende teilten Erinnerungen, Geschichten und Zukunftsideen für das Dorf. Beim Backen, Einwecken und Kochen kamen Menschen miteinander ins Gespräch, die sich zuvor selten begegnet waren.

Aus den gesammelten Erzählungen entstanden partizipative Lesungen und Hörstationen, die Dorfgeschichte neu zugänglich machen. Viele Teilnehmende berichteten von neuen Kontakten, stärkerer Verbundenheit und dem Gefühl, wieder Teil der Dorfgemeinschaft zu sein. Die kreativen Zugänge senkten Hemmschwellen und ermöglichten offene Gespräche. Trotz anfänglicher Zurückhaltung wurde die Gemeinschaftsküche gut angenommen und weckte Lust auf mehr. Künftig soll sie wöchentlich geöffnet sein und regelmäßige Workshops sowie offene Kochabende anbieten.

Landkreis
Uckermark
Zeitraum
Dez 24- Jan 25
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
5.000,00 €

Gedanken-Räume e.V.

Der Gedanken-Räume e.V. unterstützt die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls in Ostdeutschland und fördert Gemeinschaft und bürgerschaftliches Engagement in ländlichen Regionen. Durch künstlerisch-partizipative Aktionen im Rahmen des Projektzyklusses RAUM FÜR GEDANKEN werden Räume für Begegnung und Austausch geschaffen. Menschen sollen ermutigt werden, sich zu engagieren und ihre Lebenswelt in ihrer Region mitzugestalten.

Dorfblatt für Borkow

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Dorfleben e.V.

Dorfleben e.V. kümmert sich um den sozialen Zusammenhalt in Borkow. Der Verein versucht die Einwohner:innen zu gemeinsamen Aktivitäten anzuregen und über das kommunale Geschehen zu informieren. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Vereine und Initiativen in der Gemeinde soll gefördert und den Wünschen und Bedürfnissen der Einwohner:innen eine Stimme gegeben werden.

Ehrenamtliche machen Gemeindeleben sichtbar und zugänglich

Die Redaktion ist überzeugt: Die Leser:innen des DORFBLATT für Borkow, Hohenfelde, Neu Woserin, Rothen, Schlowe und Woserin gehören zu den bestinformierten Menschen der Kommune. Denn, was in der Lokalpresse nicht mehr erscheint, findet im DORFBLATT seinen Platz.

Vor der Gründung des DORFBLATT fehlten in Borkow und Umgebung verlässliche Informationsangebote, was in der Gemeinde passiert. Viele erfuhren kaum, was in den Ortsteilen vor sich ging, welche Themen in der Gemeindevertretung diskutiert wurden oder welche Veranstaltungen bevorstanden. Um diese Lücke zu schließen, wurde vor zehn Jahren das Gemeindeblatt gegründet. Seitdem bringt ein ehrenamtliches Redaktionsteam die kostenlose Zeitung viermal im Jahr heraus.

Durch die Mikroförderung konnte 2025 auch die zweite Ausgabe, und damit die insgesamt 43., kostenfrei erscheinen. Denn obwohl das DORFBLATT große Resonanz erfährt und von einigen sogar gesammelt wird, gilt: „Ohne Moos, nichts los!“

Die Inhalte reichen von Interviews mit Einwohner:innen über Berichte aus dem Vereinsleben, etwa der Jugendarbeit der Feuerwehr, bis hin zu Debatten aus der Gemeindevertretung, historischen Fotos und Veranstaltungshinweisen. Das Blatt wird an rund 350 Haushalte verteilt und erreicht zudem Nachbargemeinden sowie ehemalige Borkower:innen, die in Verbindung bleiben möchten.

Das DORFBLATT hat die Kommunikation in der Gemeinde spürbar verbessert. Bewohner:innen lernen Vereine und engagierte Personen kennen und erhalten Informationen, die in der Lokalpresse nicht vorkommen. Viele nutzen die Ausgaben als verlässliche Chronik des Dorflebens. Dadurch wächst das Gemeinschaftsgefühl, Demokratie wird gestärkt und Teilhabe erleichtert.

Auch in Zukunft möchte die Redaktion das DORFBLATT vierteljährlich veröffentlichen und die Gemeinde über Menschen, Vereine und Veranstaltungen informieren, weiterhin unterstützt durch Unterstützer:innen und engagierte Mitwirkende.

Landkreis
Ludwigslust-Parchim
Zeitraum
Dez 24- Jun 25
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
2.000,00 €

„Wir sind wütend!“ – 3. Frauenkonferenz

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© Bon Courage e.V.
294 Wir sind Wütend!
© Bon Courage e.V.

„Wir sind wütend!“ – Frauenkonferenz in Borna setzt ein Zeichen

In Borna und im Landkreis Leipzig leben viele Frauen mit Migrationsgeschichte, die sich stärker vernetzen und sichtbarer werden möchten. Diskriminierungserfahrungen, Sprachbarrieren und fehlende Räume für Austausch erschweren jedoch Teilhabe. Um dem etwas entgegenzusetzen, entstand mit der Frauenkonferenz Borna ein Format „von Frauen* für Frauen*“, das Begegnung, Stärkung und Selbstwirksamkeit fördern soll. Nach zwei erfolgreichen Durchgängen widmete sich die dritte Konferenz 2024 einem emotionalen Thema: Wut.

Die Konferenz bot Frauen unterschiedlichster Herkunft einen geschützten Raum, um Erfahrungen, Gefühle und Perspektiven zu teilen. Viele berichteten, sich gestärkt, verstanden und ermutigt zu fühlen, ihre Stimme künftig deutlicher zu erheben. Auch das Organisationsteam konnte wichtige Erfahrungen sammeln und neue Ideen für Formate rund um Emotionen und Empowerment entwickeln.

Unter dem Motto „Wir sind wütend!“ kamen rund 65 Teilnehmerinnen zusammen, um Wut als Energiequelle, Ausdrucksform und soziale Kraft zu erkunden. Ehrenamtlich engagieret Frauen organisierten die Veranstaltung, unterstützt von einer hauptamtlichen Mitarbeiterin. In Vorträgen, Workshops, Gesprächsrunden und einem Theaterstück wurde das Thema niedrigschwellig und mehrsprachig bearbeitet, unter anderem auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Spanisch. Referentinnen mit eigenen Marginalisierungserfahrungen setzten wichtige Impulse. Eine Kinderbetreuung ermöglichte auch (alleinerziehenden) Müttern eine ganztägige Teilnahme. Ein gemeinsamer Wut-Schrei bildete als kollektives Zeichen für Befreiung, Verbundenheit und Mut den Höhepunkt.

Die Frauenkonferenz wurde durch verschiedene Förderpartner:innen ermöglicht. Die Mittel des Mikrofonds Zukunftswege Ost trugen insbesondere dazu bei, Sprachmittlung, Kinderbetreuung und Ehrenamtspauschalen zu finanzieren und so die Teilnahme für viele Frauen, auch mit Betreuungspflichten oder geringen Deutschkenntnissen, zugänglich zu machen.

Landkreis
Leipzig
Zeitraum
Sep 24- Nov 24
Engagementfeld
Internationale Solidarität
Fördersumme
5.000,00 €

Bon Courage e.V.

Bon Courage e.V. ist ein gemeinnütziger Verein im sächsischen Borna, der seit 2009 verschiedene Beratungs- und Projektangebote für geflüchtete Menschen umsetzt. Der Fokus liegt auf sozialer Gerechtigkeit, Antidiskriminierung und Empowerment. Der Verein schafft Schutzräume, fördert ehrenamtliches Engagement und setzen uns für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe ein.

Was ich noch sagen wollte

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© Mühlstraße 14 e.V.

Mühlstraße 14 e.V.

Seit 1994 ist der Verein Träger des gleichnamigen soziokulturellen Zentrums im Leipziger Osten. Das Haus gilt als lebendiger Treffpunkt für Menschen aller Altersgruppen und bietet Raum für Kommunikation, Begegnung und Kreativität. Durch Projekte, Workshops, Kurse und Veranstaltungen hat sich das Zentrum in den vergangenen 30 Jahren zu einem festen Bestandteil der Leipziger Kulturlandschaft entwickelt und das Vertrauen vieler Besucher:innen, Gäste und Mitwirkender gewonnen.

Ein Theaterprojekt über Demokratie, Alltag und Zusammenhalt

In Chemnitz treffen vielfältige Lebensgeschichten und gesellschaftliche Perspektiven aufeinander, zugleich bestehen Berührungsängste und es fehlt oft an Gelegenheiten für offenen Austausch. Das Projekt „Was ich noch sagen wollte …“ möchte daher einen Raum schaffen, um gemeinsam über Demokratie, Zugehörigkeit und Alltag in Deutschland zu reflektieren und zu erfahren, wie Kunst zum Werkzeug für Selbstermächtigung und Dialog werden kann.

Unter der künstlerischen Leitung von Chris Michalski und Tina Bolle entwickelte eine Gruppe von 17 Erwachsenen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen ein autobiografisches Sprechtheaterstück. Von November 2024 bis Januar 2025 traf sich das Ensemble wöchentlich im soziokulturellen Zentrum Mühlstraße 14 e.V., um persönliche Geschichten, Erinnerungen und Gedanken zu teilen und daraus eine gemeinsame Bühnenproduktion zu gestalten.

Das Ergebnis, „347 Arten und Weisen Weihnachten (nicht) zu feiern“, wurde in Chemnitz (Subbotnik e.V.), Gera (Theater Altenburg Gera), Döbeln (Treibhaus e.V.) und Leipzig (analyse:paralyse e.V.) aufgeführt. Publikum und Mitwirkende reflektierten gemeinsam Themen wie Zusammenhalt, Freiheit und Alltagsdemokratie. Besonders die Aufführung am Theater Altenburg-Gera wurde als emotionaler Höhepunkt erlebt und machte die Wirkung künstlerischer Teilhabe spürbar. Die Fördermittel ermöglichten Probenräume, künstlerische Begleitung und die Organisation der Aufführungen.

Die 17 Teilnehmenden im Alter von 21 bis 70 Jahren entwickelten Vertrauen, Mut und Ausdruckskraft. Aus der Gruppe entstand das Dienstagabend-Selbsthilfetheaterkollektiv. Aufgrund der positiven Resonanz soll das Projekt fortgesetzt werden. Langfristig ist geplant, das Dienstagabend-Selbsthilfetheaterkollektiv als festen Bestandteil des Mühlstraße 14 e.V. zu etablieren. Dafür werden nachhaltige Strukturen und weitere Fördermittel benötigt, um Kunst weiterhin als Raum für Teilhabe und gesellschaftlichen Dialog zu nutzen.

Landkreis
Leipzig
Zeitraum
Nov 24- März 25
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
4.455,00 €

Beyond Chemnitz 2025: Aktiv bleiben!

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© Initiative k_einheit
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© Initiative k_einheit

Weichen stellen für die Zeit nach 2025 in Chemnitz

„Viele Ideen und neue Energie für kommende Projekte“ – mit diesem Ziel brachte die Initiative k_einheit Engagierte aus Chemnitz und Umgebung zu einem zweitägigen Strategie- und Netzwerktreffen in Frankenberg (Sachsen) zusammen. Gemeinsam wurde darüber beraten, wie zivilgesellschaftliches Engagement in der Region nach dem Kulturhauptstadtjahr 2025 langfristig gesichert und weiterentwickelt werden kann.

Dann stehen viele Initiativen in Chemnitz und im Erzgebirgskreis vor einem Neustart: Förderstrukturen verändern sich, bestehende Projekte laufen aus, und es braucht neue Kooperationen, um die aufgebauten Strukturen zu erhalten. k_einheit wollte diesen Prozess unterstützen und Akteur:innen zusammenbringen, die künftig stärker vernetzt arbeiten möchten.

Am ersten Tag arbeitete das Team intern an der eigenen strategischen Ausrichtung. Der zweite Tag diente der Vernetzung mit anderen Initiativen und Vereinen der Region, darunter AGIUA, Omas gegen Rechts, Resonanzraum Erzgebirge, DaMOst, Netzwerk NKJC, CSD und Subbotnik. Gemeinsam wurden Bedarfe, Überschneidungen und mögliche Kooperationsfelder identifiziert, von stärkerer regionaler Zusammenarbeit bis hin zu Formaten, die ost- und westdeutsche Erfahrungen mehr zusammenbringen.

Insgesamt nahmen 13 Personen aus verschiedenen Initiativen teil, darunter drei Vereine und ein Vertreter der Kulturhauptstadt. Viele Teilnehmende berichteten, neue Motivation und konkrete Ideen für kommende Projekte mitzunehmen. Besonders wertvoll war der Einblick in die Arbeitsweisen der jeweils anderen Gruppen und das Erkennen gemeinsamer Ziele. k_einheit möchte die entstandenen Kontakte nutzen, die Vernetzung fortführen und gemeinsame Projekte schrittweise umsetzen, um die regionale Zivilgesellschaft auch über 2025 hinaus zu stärken.

Landkreis
Erzgebirgskreis
Zeitraum
Jan 25- Mai 25
Engagementfeld
Bildung und Erziehung
Fördersumme
4.345,00 €

k_einheit

k_einheit ist eine Initiative, die jungen Menschen der Generation Z in Ostdeutschland eine Stimme gibt. Sie schafft Räume, in denen ihre Perspektiven sichtbar werden und Dialog über Generationen und vermeintliche innerdeutsche Grenzen hinweg möglich wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie junge Menschen in einer von Umbrüchen geprägten Region ihre Zukunft gestalten wollen. Träger für das Projekt ist Ostra e.V. mit Sitz in Dresden, ein Verein, der Räume für freies Denken sowie solidarisches und demokratisches Handeln schaffen möchte.

Mein Potential- meine Herkunft

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© Katharina Göring
148 Mein potential Meine Herkunft Gruppenbild
© Katharina Göring

Ein Workshop über die Potentiale ostdeutscher Herkunft und Identität

Wie viel Potential schlummert in der ostdeutschen Herkunft und Identität? Genau das wurde in einem Workshop mit unterschiedlichen Generationen erforscht und entdeckt.

Aus Sicht der Initiator:innen wird Herkunft in Gotha und Umgebung nur selten zum Thema. Im Austausch mit Menschen aus der Region nehmen sie häufig Scham oder Sprachlosigkeit wahr, wenn es um die eigene ostdeutsche Biografie geht. Hier setzt das Projekt an: Es schafft Räume, in denen Herkunft als Ressource für Selbstwert und gesellschaftliches Miteinander neu entdeckt werden kann. Im Januar 2025 kamen 21 Menschen unterschiedlicher Generationen aus Thüringen und darüber hinaus zu einem 1,5-tägigen Workshop in der Limus Zukunftsschmiede zusammen. Moderiert von Bärbel Benkert und Katharina Göring erkundeten sie ihre biografischen Wurzeln und kollektiven Erfahrungen. Mit traumasensiblen Methoden, Gewaltfreier Kommunikation, Biografiearbeit und Kleingruppendialogen wurden Gespräche über Herkunft, Scham, Widerstandskraft und Zukunft angestoßen. Ein offener Generationenaustausch half zusätzlich, Muster zu erkennen und Ressourcen sichtbar zu machen. Die Fördermittel ermöglichten Honorare, Raummiete und Materialien für die Gruppenarbeiten.

Die Teilnehmenden beschrieben das Wochenende als bewegend und stärkend. „Ich spürte das WIR in der Runde, obwohl wir alle verschieden sind“, sagte eine Teilnehmerin. Verschiedene Erfahrungen und Perspektiven wurden geteilt und ernst genommen.Ein Generationendialog zeigte, wie stark frühere Erfahrungen bis heute nachwirken und wie wichtig der Austausch darüber ist. Das Projekt stärkte Selbstvertrauen, Zugehörigkeit und nicht zuletzt das Bewusstsein, dass ostdeutsche Perspektiven zur gesamtdeutschen Zukunftsgestaltung beitragen.

Die Limus Zukunftsschmiede plant, die Dialogreihe fortzuführen und weitere Werkstätten zur ostdeutschen Identität und Transformation zu initiieren. So soll das entstandene Netzwerk wachsen und Menschen langfristig befähigen, ihre Herkunft als Quelle für Zukunftskraft zu nutzen.

Landkreis
Gotha
Zeitraum
Okt 24 – Jan 25
Engagementfeld
Bildung und Erziehung
Fördersumme
4.615,00 €

Limus Zukunftsschmiede e.V.

Limus Zukunftsschmiede ist ein Raum für persönliche und kollektive Entwicklung. Der Verein erprobt gesellschaftliche Transformation und bietet Lern- und Erfahrungsräume für Menschen und Organisationen, um gemeinsam neue Formen des Zusammenlebens und Arbeitens zu erkunden.

Mein Wunschzettel für meinen Ort

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© Schuberts e.V.
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© Schuberts e.V.

Gemeinsam Bad Gottleuba-Berggießhübel weiterdenken

Nach Einschätzung der Initiator:innen zeigt sich in Bad Gottleuba-Berggießhübel ein vertrautes Kleinstadtproblem: Die Innenstadt wird weniger genutzt, Begegnungsorte fehlen und das gemeinsame „Wir“-Gefühl scheint schwächer zu werden. Zwar gibt es Engagierte und Angebote wie den Bürgertreff, doch viele Menschen berichteten, vor allem im eigenen Ortsteil verankert zu sein. „Ich bin doch Oelsener.“ – „Aber gehörst du nicht auch zu Bad Gottleuba-Berggießhübel?“ Dieser kurze Dialog bringt das Spannungsfeld auf den Punkt.

Unter dem Motto „Mein Wunschzettel für meinen Ort“ wurden alle 2.800 Haushalte per Postwurfsendung eingeladen, Ideen für die Zukunft zu teilen. In drei Gesprächsrunden mit jeweils rund 20 Teilnehmenden kamen Bürger:innen aus allen vier Ortsteilen zusammen – unterstützt vom Bürgermeister, Stadträten und Vertreter:innen lokaler Vereine. In offener Atmosphäre sammelten sie Ideen gegen die Verödung der Innenstadt: von „Läden auf Probe“ über gemeinsame Spieleabende bis zu neuen Begegnungsorten. Die Abschlussveranstaltung im Ballsaal des Gasthofs Hillig mit über 60 Teilnehmenden wurde von einer Jazz-Pop-Band begleitet. Musik, Suppe und Gespräche haben ein Gefühl von Aufbruch geschaffen. Die Förderung ermöglichte Druckkosten, Öffentlichkeitsarbeit und die Organisation der Dialogrunden.

Rund 120 Bürger:innen beteiligten sich aktiv – ein beachtlicher Erfolg für eine Stadt mit 3.000 Einwohnern. Viele sagten, sie fühlten sich zum ersten Mal seit Langem gehört und eingebunden. Der Bürgermeister war bei mehreren Treffen dabei, Vereinsvertreter brachten eigene Ideen ein. Das Projekt zeigte, dass Beteiligung funktioniert, wenn sie persönlich und erlebbar ist. Die entstandene Mail-Liste mit Interessierten bildet nun die Basis für neue Arbeitsgruppen. Themen wie Ehrenamt, Mobilität und Orte der Begegnung werden weiter bearbeitet – aus Wünschen wird gemeinsames Handeln.

Weiter geht es nun in Arbeitsgruppen, die aus den Wünschen konkrete Schritte entwickeln: von schnell umsetzbaren Ehrenamtsaktionen über gemeinsame Projekte mit der Stadt bis hin zu langfristigen Vorhaben für Stadt und Land.

Landkreis
Berggießhübel
Zeitraum
Dez 24 – Mär 26
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
4.800,00 €

Schuberts e.V.

Schuberts ist ein selbstorganisierter Begegnungsort für alle Generationen in Bad Gottleuba-Berggießhübel, offen, ohne Konsumzwang und getragen von Ehrenamtlichen. In den Räumen der ehemaligen Bäckerei und des Cafés bietet der Verein ein regelmäßiges, vielfältiges Veranstaltungsprogramm.

Ein neuer Dorf(t)raum für Schlegel

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© Tradition und Zukunfts Zittau e.V. (TuZZ)
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© Tradition und Zukunfts Zittau e.V. (TuZZ)

Der erste Schritt zum neuen Begegnungsort

Die Initiative Ein Korb voll Glück hatte genug davon, dass in Schlegel Begegnungen immer seltener wurden und viele Menschen oft alleine zu Hause bleiben. Im Dorf bestand der Wunsch nach einem Ort, an dem Alteingesessene wie Neuzugezogene zusammenkommen können. So ist die Idee entstanden, mit einem großen Dorffest den Grundstein für einen neuen sozialen Treffpunkt zu legen.

Mit dem Projekt „Ein neuer Dorf(t)raum für Schlegel“ wurde der Hof eines ortsansässigen Landwirts zum gemeinschaftlichen Veranstaltungsort. Vereine aus der Region, die VHS Dreiländereck und Slow Food Lausitz beteiligten sich an der Vorbereitung. Herzstück des Festes war der Bau eines gemauerten Holzbackofens, der künftig als Mittelpunkt der neuen Dorfscheune dienen soll. Die Fördermittel ermöglichten die Organisation, Materialien und die Einbindung der Bildungspartner:innen.

Das Dorffest brachte Schlegel sichtbar in Bewegung: Rund 5.000 Gäste kamen, 75 Helfende wirkten mit, und der neue Holzbackofen wurde erstmals genutzt. Besonders ältere oder weniger mobile Menschen sowie junge Familien profitierten vom niedrigschwelligen Angebot. Es gab ein Musikprogramm, regionales Essen, eine Handwerksschau und eine Ausstellung zur Hofgeschichte.

Die neue Dorfscheune soll künftig als fester Treffpunkt für Schlegel und die Umgebung regelmäßig für Treffen, Workshops und Back-Tage genutzt werden.

Landkreis
Görlitz
Zeitraum
Aug 24- Aug 25
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
4.999,00 €

Ein Korb voll Glück

Ein Korb voll Glück ist eine Regionalinitiative aus Zittau, die die kulinarische Identität der (Ober-)Lausitz und des Dreiländerecks sichtbar macht und stärkt. Sie vernetzt Produzent:innen, Gastronom:innen und Initiativen, vermittelt Wissen zu regionalen und saisonalen Lebensmitteln und macht mit Formaten wie der digitalen Genusskarte die Schätze der Region zugänglich. Trägerorganisation für das Projekt der Initiative ist der Verein Tradition und Zukunft Zittau e.V. (TuZZ).

Gemeinsam singen und die Demokratie stärken

Projekt "gemeinsam Singen und Demokratie stärken"
© Stefan Jänke
Projekt "gemeinsam Singen und Demokratie stärken"
© Stefan Jänke

Mit Musik Gemeinschaft und Demokratie stärken

Die Sächsische Chorjugend wollte ein Chorwochenende bewusst unter das Motto Demokratie stellen und damit gesellschaftlicher Spaltung etwas entgegensetzen. Das Projekt bringt Menschen aus verschiedenen Landkreisen Sachsens durch gemeinsames Singen zusammen und macht demokratische Werte im Miteinander erfahrbar. Beim Kinderchorwochenende im Martin-Luther-King-Haus in Schmiedeberg kamen 34 Teilnehmende aus Oschatz, Riesa, Großenhain, Dresden, Königsbrück, Kamenz und Jena zusammen: Kinder, Eltern, Großeltern und Pädagog:innen sangen, spielten, bastelten und sprachen über Themen, die sie bewegen.

Mit Unterstützung einer Medienpädagogin erkundeten die Familien, wie Musik und digitale Medien Demokratie erlebbar machen können. Sie nahmen eigene Geräuschcollagen auf, filmten Szenen des Wochenendes und gestalteten daraus einen kurzen Film mit einem selbst komponierten Lied. Die Mikroförderung ermöglichte Unterkunft, Verpflegung, Raummiete und Honorare.

Die Teilnehmenden entwickelten Verständnis für unterschiedliche Perspektiven und nahmen das Gefühl mit, dass gemeinsames Gestalten stärkt. Ein 1000-Teile-Puzzle stand sinnbildlich für Zusammenhalt und wurde innerhalb eines Tages vollendet. Die Resonanz war durchweg positiv, viele wünschten sich mehr solcher Räume, in denen Gemeinschaft und Kreativität selbstverständlich sind. Die Sächsische Chorjugend plant, die Familienfreizeit künftig jährlich fortzuführen und Musik weiterhin mit Demokratiebildung und Medienarbeit zu verbinden, um neue Zielgruppen zu erreichen und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

Landkreis
Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Zeitraum
Sep 24 – Nov 24
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
5.000,00 €

Sächsische Chorjugend e.V.

Die Sächsische Chorjugend vertritt die Interessen singender Kinder und Jugendlicher im Freistaat Sachsen und macht sich für sie stark. Außerdem ist sie auch für Chorleiter:innen, Lehrer:innen, Musikstudierende und alle, die mit Kindern und Jugendlichen singen, Ansprechpartnerin. Als Landesverband ist sie unter dem Dach der Deutschen Chorjugend organisiert. Sie fördert die musisch-kulturelle Bildung junger Menschen, Jugendbeteiligungen, ehrenamtliches Engagement und internationalen Austausch.

Borrentin baut Buden

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© Inga Feller
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© Inga Feller

Vereine in Borrentin schaffen gemeinsam Neues

In der Gemeinde Borrentin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wünschten sich viele seit Langem mehr gemeinsame Aktivitäten und Orte, an denen man sich begegnen kann. Eine Anwohnerin griff diesen Wunsch auf: Sie schlug vor, Vereine und Bürger:innen aus allen Ortsteilen zusammenzubringen und gemeinsam vier Holzhütten für Dorffeste, Märkte und Aktionen zu bauen. Mit dieser Idee überzeugte sie den Förderverein der FFW Pentz-Gnevezow e.V. zur Antragstellung.

Am 1. Dezember 2024 bauten rund 20 Engagierte aus der Feuerwehr, dem Kunstverein Gut Fellerson, dem Sportverein Aserkopdoo und dem Fußballverein der Gemeinde unter Anleitung einer Fachkraft in Ständerholzbauweise vier stabile, vielseitig nutzbare Holzhütten. Die Fördermittel ermöglichten den Kauf von Baumaterialien, Werkzeugen sowie ein Honorar für den Holzbauer und die Verpflegung. Neben den Bauarbeiten gab es kurze Einheiten zum Thema „Bauen mit Holz“ und bewusst Zeit für Austausch und Kennenlernen. Während die Erwachsenen bauten, spielten Kinder, und alle sorgten gemeinsam für Essen und Getränke.

Das Projekt hat mit den vier langlebigen Hütten nicht nur sichtbare Ergebnisse geschaffen, sondern auch die Vernetzung in der Gemeinde gestärkt. Beim ersten vereinsübergreifenden Weihnachtsmarkt wenige Tage später wurden die neuen Buden bereits genutzt. Eine Vernetzung der Vereine und der Verantwortlichen bringt neue Möglichkeiten und Ideen zur Gestaltung des Miteinanders und geplanter Veranstaltungen. Künftig sollen weitere gemeinsame Bau- und Aktionstage folgen, um die entstandenen Netzwerke zu vertiefen und die Zivilgesellschaft in Borrentin dauerhaft zu stärken.

Landkreis
Mecklenburgische Seenplatte
Zeitraum
Nov 24 – Dez 24
Engagementfeld
Bevölkerungs- und Katastrophenschutz
Fördersumme
3.334,00 €

Förderverein Freiwillige Feuerwehr Pentz-Gnevezow

Der Verein engagiert sich für die finanzielle und kulturelle Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr und ihrer Jugendarbeit. Im Mittelpunkt steht, junge Menschen für den Feuerwehrdienst zu gewinnen und das Gemeinschaftsleben in der Gemeinde zu stärken. Durch gemeinnützige Veranstaltungen fördert der Verein die Brandschutzaufklärung, pflegt Traditionen vor Ort und unterstützt die Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses.

(Political) Culture is (extra)ordinary

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© Dorfverein Ranspach e.V.
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© Dorfverein Ranspach e.V.

Ein Dorf redet miteinander

„Das haben wir noch nie gemacht, aber wir wollten es ausprobieren!“ – Diese Worte eines Initiators passen gut zu dem Projekt des Dorfvereins Ranspach, das über mehrere Monate hinweg sowohl unterhaltsame als auch Angebote der politischen Bildung ins Dorf brachte.

Nach mehreren Vereinsauflösungen drohten in Ranspach kulturelle Angebote und Begegnungsmöglichkeiten zu verschwinden. Zugleich verstärkten Pandemieerfahrungen und gesellschaftliche Polarisierung den Wunsch nach Austausch und Verständnis zwischen den Generationen. Das Projekt setzte hier an: Gemeinsam Kultur leben, Demokratie erfahren und Vorurteile abbauen.

Zwischen September 2024 und Mai 2025 lud der Dorfverein Ranspach e.V. Menschen aller Altersgruppen zu Themenabenden, Vorträgen und Begegnungsformaten ein. In insgesamt 14 Veranstaltungen ging es um Gewaltfreie Kommunikation, Grundrechte in einfacher Sprache, Generationenverständnis, Parteienvielfalt oder Mediendemokratie. Ergänzend fanden sechs Spieleabende statt, die in lockerer Atmosphäre Austausch förderten. Höhepunkte bildeten das Kirmeskaffee am 17. November und die Adventseinstimmung am 30. November, bei denen Jung und Alt gemeinsam feierten. Unterstützt wurde das Team des Vereins von Pädagog:innen, Zeitzeug:innen und wissenschaftlichen Partner:innen der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Fördermittel ermöglichten Verköstigung der Teilnehmenden, Aufwandsentschädigungen für Referierende, Materialien wie Hefte, Arbeitsblätter und Spiele sowie die Miete des Dorfgemeinschaftshauses und der benötigten Technik.

Rund 170 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen. Besonders eindrücklich war ein Abend zur Mediendemokratie, bei dem Schüler:innen mit Senior:innen über politische Perspektiven diskutierten. Viele berichteten, neue Sichtweisen gewonnen und Hemmschwellen abgebaut zu haben. Das Projekt stärkte das Gemeinschaftsgefühl im Dorf und zeigte, dass politisches Lernen Freude machen kann, wenn es mit Begegnung, Offenheit und Humor verbunden ist.

Die Reihe soll fortgeführt werden: Regelmäßige Themenabende sollen dauerhaft ins Gemeindeleben integriert werden, begleitet von generationenübergreifenden Aktivitäten und Spieleabenden. Geplant ist zudem ein jährlicher Themenschwerpunkt, vorbehaltlich weiterer finanzieller Unterstützung.

Landkreis
Vogtlandkreis
Zeitraum
Sep 24 – Mai 25
Engagementfeld
Freizeit und Geselligkeit
Fördersumme
4.730,00 €

Dorfverein Ranspach e.V.

Der Dorfverein Renspach e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz im Ort Ranspach, Ortsteil der Stadt Pausa-Mühltroff. Er widmet sich der Förderung des dörflichen Gemeinschaftslebens, der Heimat- und Kulturpflege sowie der Stärkung des sozialen Zusammenhalts im Dorf.

Komm in Bewegung, Oma

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© típica Kollektiv, Julia Gräser
221 Komm inBewegung, Oma
© típica Kollektiv, Julia Gräser

Von Portugal nach Thüringen – Künstlerische Teilhabe von Senior:innen

In ländlichen Regionen Thüringens sind Senior:innen oft weniger sichtbar, obwohl sie wertvolle Erfahrungen und Fähigkeiten in sich tragen. Es fehlen Orte, an denen verschiedene Generationen zusammenkommen und miteinander kreativ werden. Inspiriert durch das portugiesische Projekt „A Avó Veio Trabalhar“ entstand die Idee, älteren Menschen künstlerische Teilhabe als sichtbare und aktive Mitgestalter:innen einer vielfältigen Gesellschaft zu ermöglichen.

„Komm in Bewegung, Oma!“ brachte sechs portugiesische Omas zwischen 70 und 90 Jahren mit Thüringer Senior:innen zusammen. In Workshops in Friedrichsrode, Kannawurf und Erfurt entstanden gemeinsam bestickte Porträts von 39 Thüringer Omas und Opas. Eine Garage wurde zum offenen Atelier, in dem Kinder, Eltern und Großeltern zusammen stickten, lachten und voneinander lernten. Auch ohne Vorkenntnisse entwickelten die Teilnehmenden eigene Ideen und Techniken. Die Förderung deckte Materialien, Raummieten und Honorare. Den Abschluss bildete eine Ausstellung beim Festival típica in Erfurt.

Die Workshops zeigten, wie leicht zugänglich künstlerisches Arbeiten sein kann. Senior:innen probierten Neues aus, kamen miteinander ins Gespräch und konnten ihre Erfahrungen einbringen. Durch die Zusammenarbeit mit A Avó Veio Trabalhar entstand ein Austausch über unterschiedliche Lebensgeschichten und Perspektiven. Das sichtbare Ergebnis sind 39 Porträts die sinnbildlich für Vielfalt, Würde und das Älterwerden als kreativen Prozess stehen.

Das große Interesse an weiteren Ausstellungen bestätigt, dass das Projekt gesellschaftliche Resonanz erzeugt und neue Begegnungsräume öffnet. Die Porträts werden bis Ende 2025 an verschiedenen Orten Thüringens gezeigt. Perspektivisch sollen weitere Ensembles entstehen, um ähnliche Projekte mit Senior:innen fortzuführen. Dafür werden Strukturen, Räume und Fördermittel benötigt, um die Idee nachhaltig zu verankern.

Landkreis
Sömmerda
Zeitraum
Jun 25 – Jul 25
Engagementfeld
Kultur
Fördersumme
5.000,00 €

Initiative típica

Die Initiative típica widmet sich portugiesischem Leben, Kunst und Kultur im Kleinformat in Thüringen.
Trägerorganisation für die Initiative típica und die Projektinitatorin war das Künstlerhaus Thüringen e.V., das seinen Sitz auf der Schlossanlage Kannawurf hat und dort seit seiner Gründung 2007 Lesungen, Theateraufführungen und Konzerte im ländlichen Raum veranstaltet.

Presseberichte